Ratgeber

Was macht ein Energiemakler?

Ein Energiemakler kauft für Ihren Betrieb Strom und Gas ein: Er holt Angebote mehrerer Lieferanten ein, vergleicht sie auf gleicher Basis und begleitet den Vertrag bis zum Lieferbeginn. Hier lesen Sie, wie das abläuft, wie ein Makler bezahlt wird und worin er sich von einem Energieberater unterscheidet.

Kurz gesagt

  • Ein Energiemakler vermittelt Lieferverträge für Strom und Gas zwischen Unternehmen und Energielieferanten.
  • Er fragt mehrere Lieferanten an, vergleicht die Angebote und empfiehlt einen Abschluss zum passenden Zeitpunkt. Die Entscheidung treffen Sie.
  • Bezahlt wird er meist vom Lieferanten, mit dem der Vertrag zustande kommt. Diese Provision ist im angebotenen Preis enthalten.
  • Ein Energieberater kümmert sich dagegen um den Verbrauch: Gebäude, Anlagen, Energieaudits und Fördermittel.

Was ein Energiemakler für Ihren Betrieb erledigt

Für Unternehmen kalkulieren Lieferanten Strom und Gas meist individuell, auf Basis der aktuellen Preise am Terminmarkt. Ein Angebot gilt oft nur wenige Tage. Ein Makler übernimmt die Arbeit, die dafür nötig ist:

Bedarf aufnehmen

Verbrauch, Rechnungen oder Lastgang, Vertragsende und Standorte. Daraus entsteht eine Anfrage, die jeder Lieferant gleich versteht.

Markt beobachten

Die Preise für Ihr Lieferjahr ändern sich an jedem Handelstag. Der Makler verfolgt, wann sich ein Abschluss lohnt und wann Abwarten besser ist.

Angebote einholen

Mehrere Lieferanten, gleicher Lieferzeitraum, gleiche Datenbasis. Nur so lassen sich die Preise ehrlich vergleichen.

Vergleichen und empfehlen

Arbeitspreis, Grundpreis, Laufzeit, Preisgleitklauseln und Zahlungsbedingungen nebeneinander. Sie entscheiden.

Wechsel begleiten

Vertragsunterlagen, Kündigung des bisherigen Vertrags, Anmeldung beim Netzbetreiber. Bis die Lieferung läuft.

Wie wird ein Energiemakler bezahlt?

In der Praxis gibt es zwei Modelle.

Provisionsmodell: Der Lieferant, mit dem der Vertrag zustande kommt, zahlt dem Makler eine Vergütung. Sie ist im angebotenen Energiepreis bereits enthalten. Der Betrieb zahlt dem Makler kein Honorar und bekommt von ihm keine Rechnung.

Honorarmodell: Das Unternehmen bezahlt den Makler direkt, etwa pauschal oder nach Aufwand. Die Angebote der Lieferanten enthalten dann in der Regel keinen Vermittlungsanteil.

Welches Modell passt, hängt vor allem davon ab, wie viel Begleitung Sie wünschen. Wichtig ist, dass Sie wissen, wie Ihr Makler bezahlt wird. Fragen Sie danach. Ein seriöser Makler beantwortet das ohne Umweg.

So arbeiten wir

Deutsche Energien Partner arbeitet im Provisionsmodell. Wir werden vom Lieferanten vergütet, mit dem Sie abschließen. Diese Vergütung ist in dem Angebot enthalten, das Sie von uns bekommen.

Sie zahlen uns kein Honorar. Und Sie sind an keinen Lieferanten gebunden: Wir fragen mehrere an und zeigen Ihnen, was wir bekommen.

Für welche Betriebe lohnt sich ein Energiemakler?

Für jeden Betrieb, der Strom oder Gas einkauft und nicht einfach das Angebot seines bisherigen Versorgers unterschreiben möchte. Die Größe des Betriebs ist dabei zweitrangig. Entscheidend ist, ob Ihr Vertrag zu einem guten Zeitpunkt und zu vergleichbaren Bedingungen zustande kommt.

Wenn Sie erst einmal sehen möchten, wie sich die Preise für Ihr Lieferjahr entwickeln, nutzen Sie unsere kostenlose Preisbeobachtung.

Besonders hilfreich ist ein Makler, wenn …

  • Ihr Liefervertrag in den nächsten Monaten ausläuft oder sich stillschweigend verlängert hat,
  • Sie bisher nur das Angebot Ihres aktuellen Versorgers kennen,
  • Ihnen die Zeit fehlt, Angebote einzuholen und Vertragsbedingungen zu vergleichen,
  • Sie den Abschlusszeitpunkt nicht dem Vertragsende überlassen wollen,
  • Sie mehrere Standorte oder Zähler haben.

Energiemakler oder Energieberater: Was braucht Ihr Betrieb?

Beide Begriffe werden oft verwechselt. Der Energiemakler kümmert sich um den Preis, den Sie für jede Kilowattstunde zahlen. Der Energieberater kümmert sich darum, wie viele Kilowattstunden Sie verbrauchen. Beides ergänzt sich.

EnergiemaklerEnergieberaterVergleichsportal
ZielEin guter Liefervertrag für Strom und GasWeniger Verbrauch bei Gebäuden, Anlagen und ProzessenSchneller Überblick über Standardtarife
Typische LeistungenMarktbeobachtung, Angebote mehrerer Lieferanten, Vertragsvergleich, WechselbegleitungEnergieaudit nach DIN EN 16247, Sanierungsfahrplan, FördermittelanträgeTarifliste nach Postleitzahl und Verbrauch
VergütungMeist Provision vom Lieferanten, im Preis enthalten; alternativ HonorarHonorar; für kleine und mittlere Unternehmen vom Bund mit 50 Prozent gefördertProvision vom Lieferanten
ErgebnisUnterschriftsreifes Angebot zum gewählten ZeitpunktMaßnahmenplan mit EinsparpotenzialStandardtarif zum Tagespreis

Wer den Verbrauch senken will, findet geprüfte Fachleute in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes. Deren Beratung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme fördert das BAFA mit 50 Prozent der Kosten (Stand April 2026).

Woran Sie einen seriösen Energiemakler erkennen

Die Bezeichnung „Energiemakler“ ist nicht geschützt. Diese fünf Punkte helfen bei der Auswahl:

Er sagt, wie er bezahlt wird

Provision oder Honorar, offen und ohne Nachfragen.

Er zeigt mehrere Angebote

Nicht nur seine Empfehlung, sondern auch, was die anderen Lieferanten geboten haben.

Er vergleicht auf gleicher Basis

Gleicher Lieferzeitraum, gleiche Mengen, gleiche Preisbestandteile.

Sie unterschreiben selbst

Vollmachten beschränken sich auf das Nötige, etwa die Abfrage Ihrer Verbrauchsdaten. Den Liefervertrag schließen Sie ab.

Er rät auch zum Abwarten

Wenn der Markt gerade ungünstig steht, sagt er es, statt auf einen schnellen Abschluss zu drängen.

Häufige Fragen

Kostet ein Energiemakler etwas?

Im Provisionsmodell zahlen Sie dem Makler kein Honorar. Er wird vom Lieferanten vergütet, und diese Vergütung ist im angebotenen Preis enthalten. Im Honorarmodell bezahlen Sie den Makler direkt.

Ist Strom über einen Makler teurer als direkt beim Lieferanten?

Nicht zwangsläufig. Auch im Direktvertrieb kalkulieren Lieferanten Vertriebskosten ein. Ob ein Angebot günstig ist, zeigt erst der Vergleich mehrerer Angebote für denselben Lieferzeitraum. Ein Direktangebot Ihres Versorgers können Sie dabei jederzeit mit vergleichen lassen.

Wie früh sollte ich mich vor Vertragsende melden?

So früh wie möglich. Strom und Gas werden am Terminmarkt mehrere Jahre im Voraus gehandelt. Wer ein bis zwei Jahre vor Vertragsende beginnt, kann den Abschlusszeitpunkt wählen, statt kurz vor Ablauf nehmen zu müssen, was gerade angeboten wird.

Welche Unterlagen braucht ein Energiemakler?

Die letzte Jahresrechnung für Strom und Gas, bei Lastgangmessung den Lastgang sowie Vertragsende und Kündigungsfrist Ihres aktuellen Vertrags. Den Rest klärt ein kurzes Gespräch.

Was ist der Unterschied zwischen Energiemakler und Energieberater?

Der Energiemakler kümmert sich um den Einkauf, also um Preis und Vertrag. Der Energieberater kümmert sich um den Verbrauch, etwa mit einem Energieaudit oder einem Sanierungsfahrplan. Viele Betriebe brauchen beides.

Was kann ein Makler für Ihren Betrieb erreichen?

Schicken Sie uns Ihre letzte Rechnung. Sie bekommen werktags innerhalb weniger Stunden eine erste Einschätzung oder unsere Rückfragen.

Quellen: IHK Halle-Dessau, Förderprogramm des Monats April 2026: Energieberatung für Nichtwohngebäude, Anlagen und Systeme · Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes · Weiterlesen: Leitfaden Strombeschaffung